
Château Chasse-Spleen – der poetische Name des Médoc
Schon der Name macht Château Chasse-Spleen zu einem der ungewöhnlichsten
Weingüter Bordeaux’. Das Château liegt in Moulis-en-Médoc, westlich der berühmten
Gemeinden Margaux und Saint-Julien. Seine Geschichte ist eng mit mehreren alten
Weinbergsbesitzen der Region verbunden. Der Name Chasse-Spleen setzte sich im 19.
Jahrhundert durch – und bedeutet sinngemäß „den Trübsinn vertreiben“.
Um seine Entstehung ranken sich verschiedene Geschichten. Einer Überlieferung
zufolge soll der englische Dichter Lord Byron nach einem Besuch erklärt haben, der
Wein sei unübertroffen darin, den „Spleen“ zu vertreiben. Ob sich die Szene tatsächlich
so ereignete, lässt sich heute kaum nachweisen. Gerade diese Mischung aus Wein und
Literatur hat jedoch entscheidend zur besonderen Aura des Namens beigetragen.
Die Weinberge liegen auf typischen Kiesböden des Médoc. Cabernet Sauvignon und
Merlot bilden die wichtigsten Rebsorten und werden durch weitere klassische Bordeaux-
Trauben ergänzt. Die Kiesböden speichern Wärme und bieten gleichzeitig eine
ausgezeichnete Drainage.
Stilistisch verbindet Chasse-Spleen dunkle Beeren, Cassis, Zedernholz und Gewürze
mit einer festen, aber eleganten Tanninstruktur. Gute Jahrgänge besitzen ein
bemerkenswertes Reifepotenzial. Das Château zeigt damit, dass einige der
spannendsten Weine des Médoc auch außerhalb der berühmten Klassifikation von 1855
entstehen können.
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